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Grundig

Max Grundig war einer der bedeutendsten Wirtschaftspioniere Deutschlands. Als Gründer des gleichnamigen Elektrounternehmens erschuf er 1930 einen Konzern, der 20 Jahre später als Symbol für das Wirtschaftswunder in Deutschland stehen soll. Heute ist das Unternehmen nach einer Insolvenz kurz nach der Jahrtausendwende nicht mehr in der Stadt der Gründung, Fürth in Franken, zu finden. Ausgliederungen und Anteilseigner hielten Grundig am Leben. Unter deren Leitung werden heute alle Produkte veröffentlicht. Wie dies geschah, was Max Grundig an Pionierarbeit leistete und welche Geräte heute noch von Grundig zu empfehlen sind, das ist im folgenden Text genau beleuchtet.

Die Geschichte

Der „Radio-Vertrieb Fürth, Grundig & Wurzer“ wurde 1930 gegründet. Kurz darauf stieg Mitgründer Karl Wurzer bereits aus. Wie der Name der Geschäftsidee schon verrät war Max Grundig nicht darauf aus selbst Produkte herzustellen. Doch die Umstände, dass in den benachbarten Städten Fürth und Nürnberg unterschiedliche Stromarten herrschten -in Fürth Gleich- und in Nürnberg Wechselstrom- zwangen ihn dazu, mit Hilfe von Wickelmaschinen Spulen und Transformatoren herzustellen. Der erste Schritt in die eigene Produktion.

So wurden bis 1945 ausschließlich Transformatoren hergestellt, womit Grundig bereits 1938 eine Million Reichsmark Umsatz machte. Nach dem Krieg erkannte Max Grundig den hohen Bedarf an Radios und ließ das Modell „Heinzelmann“ bauen. Vier Jahre später wurde der 100.000 Radio dieser Serie produziert und Grundig hatte bereits 800 Beschäftigte.

Grundig sah die Möglichkeit zu expandieren und ab 1951 wurden auch Fernsehempfänger gebaut. Das Deutsche Wirtschaftswunder verhalf Grundig dazu, der größte Rundfunkhersteller Europas zu werden. Als Abschluss dieser erfolgreichen Zeit expandierte Grundig 1960 das erste Mal ins Ausland: So wurden in Belfast Tonbandgeräte hergestellt und in Braga Autoradios.

Der niederländische Elektronik-Hersteller Philips erkannte das Potential und stieg 1980 in das Unternehmen mit 24,5 Prozent ein. Der Umsatz lag bei drei Milliarden Deutsche Mark. Der Niedergang kam anschließend schneller als gedacht. Durch den Nachholbedarf in den neuen Bundesländern erzielte Grundig zwar den höchsten Umsatz der Geschichte des Unternehmens, musste jedoch gleichzeitig den ersten Verlust notieren. Dies zog sich bis in das Jahr 2002, woraufhin die Banken den Bayern kein Kredit mehr gewährten.

2003 waren nur noch 3.500 Mitarbeiter angestellt, 220 Jahre zuvor waren es noch 28.000. Einen potentiellen Investor zu finden gestaltete sich als schwierig, bis letztendlich 2004 der türkische Elektronik-Hersteller Beko den Bereich Home Intermedia System ausgliederte und übernahm. Mit der Führung dieses Unternehmens schaffte es Grundig wieder, einen Namen in Deutschland zu erlangen. 2007 wurden LCD-Fernseher hergestellt, die bis heute mit der Entwicklung mitgegangen sind und nun sehr hohe Qualität liefern.

Grundig Home Intermedia Systems

So bleiben dem einst so erfolgreichen Unternehmen heute nur noch zwei große Produktionsbereiche: Der Entertainment-Bereich, der hauptsächlich mit Fernsehern bedient wird. Und der Bereich „Business Systems“, der durch die Geschichte als Diktiergeräte-Hersteller entstand. Alle anderen Bereich, wie beispielsweise Haushalt und Körperpflege, laufen noch unter der Marke Grundig, sind jedoch in fremder Hand. Meist liegen die Produktionsstandorte in Asien.

Doch zu den Fernsehern: Grundig überzeugt in dieser Branche mit extrem hochwertigen Geräten. So ist sowohl das Bild unglaublich scharf, als vor allem auch der Sound. Während noch keine OLEDs oder QLEDs genutzt werden, ist der Sound durch den Aluminiumrahmen gut gestützt und es entstehen tiefe Basstöne und klare Dialoge. Zudem ist das 3-Wege-Stereo-Soundsystem so in den Fernsehgeräten integriert, dass der Klang in drei Richtungen gleichzeitig geworfen wird: nach vorne, nach unten und nach hinten. Diese drei Richtungen schalten Vibrationen am Fernseher aus und sorgen zudem dazu, dass keinerlei Unklarheit bei hohen Tönen entsteht.

Somit ist sowohl das Bild, als auch der Ton in der Oberklasse anzusiedeln. Auch die Bedienung und die Software sind gelungen. Für einen Grundig-Fernseher muss zwar etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden, als beispielsweise für einen LG. Doch die Qualität rechtfertigt das und lässt in den Grundzügen erkennen, weshalb Grundig mit den Werbeslogan „designed and developed in Germany“ überzeugen will: Die Qualität stimmt!

Haushaltsgeräte

Wie bereits in der Produktkategorie zuvor erwähnt, stellt Grundig die nun folgenden Produkte nicht mehr selbst her. Dazu muss dennoch gesagt werden, dass eine kleine Anzahl an Mitarbeitern, die heute in Neu-Isenburg angesiedelt sind, diese Prozesse dennoch überwachen und an Design und Funktionen beteiligt sind. Damit ist der Gedanke gewahrt, dass Grundig als deutsche Marke auch die entsprechenden Werte in die Modelle mit einbringt.

Es werden heute auch Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Küchenkleingeräte hergestellt. Meist in edlem Edelstahl- oder Aluminiumdesign steht Grundig auch in diesem Bereich für hochqualitative Produkte.

Ausblick

Nun ja, einen Ausblick zu formulieren fällt schwer, da bereits in den letzten zehn Jahren viel mit den Anteilen von Grundig Tennis gespielt wurde. Doch mit der Übernahme der türkischen Firma Arcelik, die Mehrheitsanteilseigner der Unternehmung Beko sind, scheint sich Grundig von den schweren Zeiten um die Jahrtausendwende nicht nur erholt zu haben, sondern auch in der Lage zu sein, wirklich wieder anzugreifen. So stellen die Fernseher- und HiFi-Geräte eine echte Konkurrenz für alle anderen Marktteilnehmer dar. Und dabei geht die Qualität „designed and developed in Germany“ alles andere als verloren.